Wer heute durch die Tür am Papendiek 14 in den Saal über dem alten Kirchenschiff hinaufsteigt, betritt einen Raum, der seit dem frühen 19. Jahrhundert für Bücher gebaut ist; Ausstellungen in der Paulinerkirche finden dort seit gut zwei Jahrzehnten statt. Unter dem Stichwort Ausstellungen Paulinerkirche Göttingen versammelt diese Seite die Schauen, die dort zwischen 2001 und 2018 zu sehen waren: von Stolberg und Voß über das Nobelpreisprojekt bis zur Kabinettausstellung über Gutenberg. Es ist eine Rückschau, kein Veranstaltungskalender.
Veranstalterin der Ausstellungen in der Paulinerkirche war in fast allen Fällen die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek, kurz SUB, zu deren Historischem Gebäude die ehemalige Dominikanerkirche gehört. Die Bibliothek hatte ihren Hauptbetrieb 1992 in den Neubau am Platz der Göttinger Sieben verlegt. Damit wurde der Saal frei für eine andere Aufgabe, und die SUB machte ihn zu ihrem Schaufenster.
Ausstellungen Paulinerkirche Göttingen: der Ort und seine Geschichte
Der Raum hat eine eigentümliche Doppelnatur. Unten liegt die gotische Hallenkirche, die die Dominikaner nach ihrer Ansiedlung 1294 errichteten und die 1331 den Aposteln Petrus und Paulus geweiht wurde. Oben, über einer Zwischendecke, die unter Jérôme Bonaparte zwischen 1808 und 1812 nach Plänen von Friedrich Weinbrenner und Justus Heinrich Müller eingezogen wurde, liegt der Bibliothekssaal. Weil dort einst die Geschichtswerke standen, setzte sich der Name „Historischer Saal“ durch. Heinrich Heine hat diesen Saal im Bibliothekstraum seiner „Harzreise“ verewigt, und Christian Gottlob Heyne, der die Bibliothek fast ein halbes Jahrhundert lang leitete, sah in ihm den Höhepunkt seiner Arbeit.
Der Luftangriff vom 24. November 1944 traf die Kirche schwer. Nach dem vereinfachten Wiederaufbau diente das Obergeschoss als großer Hörsaal und später als Standort des Niedersächsischen Zentralkatalogs. Erst die Sanierung des Historischen Gebäudes in den Jahren um die Jahrtausendwende gab dem Saal die Gestalt zurück, die er heute zeigt: lange Regale mit Büchern aus dem Gründungsbestand des 18. Jahrhunderts, dazwischen Gipsabgüsse aus der Sammlung des Archäologischen Instituts, etwa der Apoll vom Belvedere.
Für Ausstellungsmacher ist das ein dankbarer und zugleich schwieriger Ort. Dankbar, weil jedes Exponat vor einer Kulisse steht, die selbst zur Wissenschaftsgeschichte gehört. Schwierig, weil der Saal lang und schmal ist (die Kirche misst innen 52 Meter) und weil empfindliche Handschriften Licht und Klima verlangen, die ein historischer Raum nicht ohne Weiteres bietet. Viele der hier beschriebenen Schauen lösten das mit Vitrinen in Gruppen, die einen Rundgang vorgeben, und mit einem Begleitprogramm aus Sonntagsvorträgen, das die Exponate erklärte. Mehr zur Baugeschichte steht auf der Seite zur Geschichte der Paulinerkirche vom Dominikanerkloster zur Bibliothek.
Chronik 2001 bis 2003: Literatur, Nobelpreis und Bibeln
Die dokumentierte Chronik der Ausstellungen in der Paulinerkirche beginnt im Januar 2001 mit einer Ausstellung über die europäische Erforschung Australiens bis zu Ludwig Leichhardt, gefolgt von „Die ganze Welt ist aus Papier“, einer Schau über Gebrauchsgrafik zwischen 1800 und 1930. Beide nutzten Bestände, die in Göttingen seit dem 18. Jahrhundert gesammelt wurden, als die Bibliothek systematisch Reiseliteratur aus aller Welt erwarb.

Im November 2001 folgte eine Doppelausstellung, die schon in ihrer Raumaufteilung eine These formulierte. Im Chor der Paulinerkirche war die literarische Privatsammlung des Grafen Franz zu Stolberg-Stolberg zu sehen, eines Nachfahren des Dichters Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750–1819): Drucke, Dichterhandschriften, Gemälde und Stiche. Im Hauptschiff zeigte die SUB Leben und Werk von Johann Heinrich Voß (1751–1826), darunter Ausgaben seiner Homer-Übersetzung, den von ihm herausgegebenen Musenalmanach und illustrierte Ausgaben der „Luise“. Beide Dichter hatten 1772/73 dem Göttinger Hainbund angehört und sich später entzweit, Stolberg trat zum Katholizismus über, Voß wurde sein schärfster Kritiker. Getrennte Räume für getrennte Lebenswege also. Den Eröffnungsvortrag am 11. November 2001 hielt der Göttinger Literaturwissenschaftler Werner Frick, danach gab es bis Ende Januar 2002 an jedem Sonntag einen Vortrag, unter anderem von Ulrich Joost über Lichtenberg und den Sturm und Drang.

Das Jahr 2002 gehörte einem Jubiläum. Hundert Jahre nach der ersten Verleihung des Nobelpreises zeigten Universität und SUB vom 28. Juni bis 27. Oktober 2002 „Das Göttinger Nobelpreiswunder“. Die Ausstellung zählte 44 Preisträger, deren Lebenswege durch Göttingen führten, und stellte sie mit Großporträts und Objekten vor: Otto Hahns Versuchsaufbau zur Kernspaltung, Max Plancks Bergsteigerausrüstung, Werner Heisenbergs Habilitationsurkunde, Walther Nernsts Mikro-Torsionswaage und Werkmanuskripte von Günter Grass. Manfred Eigen, damals noch am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie tätig, war mit seiner Evolutionsmaschine „Serial Transfer“ vertreten. Es war eine der meistbeachteten Ausstellungen Göttingens in jenen Jahren; die Regionalpresse meldete im Oktober rund 20.000 Besucher. Eröffnet hatte sie Niedersachsens Wissenschaftsminister Thomas Oppermann gemeinsam mit Universitätspräsident Horst Kern, gefördert wurde sie aus dem Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds.

Zum Jahr der Bibel 2003 zeigte die SUB vom 9. März bis 27. April „Heilige Schriften – Bibeln und biblische Texte aus 1000 Jahren“. Mehr als 60 Exponate spannten den Bogen vom Fuldaer Sakramentar, das um 975 entstand und zu den Spitzenwerken ottonischer Buchmalerei zählt, über die Göttinger Gutenberg-Bibel bis zu Künstlerausgaben des 20. Jahrhunderts. Dazwischen lagen Drucke der Reformationszeit, frühe Übersetzungen in Volkssprachen, Barockbibeln und Prachtausgaben des 19. Jahrhunderts; für die jüngeren Abschnitte kamen Leihgaben aus der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart hinzu, und Texte anderer Weltreligionen ergänzten die Auswahl. Elmar Mittler, damals Direktor der SUB, eröffnete die Schau, Stephan Füssel vom Mainzer Institut für Buchwissenschaft hielt den einführenden Vortrag. Zwischen Mai und Juli 2003 folgte „Aktion und Sturm“ mit expressionistischen Holzschnitten von Kandinsky, Franz Marc, Egon Schiele und Karl Schmidt-Rottluff aus den beiden Berliner Zeitschriften.

Den Abschluss dieses dichten Jahres bildete im Herbst das koreanisch-deutsche Projekt zum frühen Buchdruck. Vom 22. September bis 5. Oktober 2003 waren in der Paulinerkirche der Jikji, das älteste erhaltene mit beweglichen Metalllettern gedruckte Buch, und die Göttinger Gutenberg-Bibel Thema einer gemeinsamen Schau. Die Hintergründe, das Seminarprogramm und die Exponate beschreibt die eigene Seite über Jikji und die Gutenberg-Bibel im Jahr 2003.
Historische Ausstellungen 2004 bis 2007
Die folgenden Jahre brachten historische Ausstellungen mit thematisch breiterem Zuschnitt. Im Februar 2004 öffnete die Fotoausstellung „The North American Indian“ mit 130 großformatigen Fotogravüren von Edward Sheriff Curtis. Dass Göttingen einen vollständigen Satz besitzt, geht auf den Bankier John Pierpont Morgan zurück, der 1856/57 an der Georgia Augusta studiert hatte. Eine ausführliche Rückschau mit der Geschichte dieses Geschenks bietet die Seite zur Curtis-Ausstellung „The North American Indian“.
Vom 18. Juli bis 19. September 2004 war erstmals das plastische Werk von Günter Grass in großem Umfang zu sehen: mehr als hundert Bronzen und Terrakotten auf etwa 600 Quadratmetern, dazu Arbeiten auf Papier. Grass selbst hat gesagt, diese Skulpturen seien „im Windschatten der Literatur“ entstanden. Eine Bildschau, Gussmaterial und Werkzeuge erklärten den Weg vom Tonmodell zur Bronze, und zur Eröffnung sprach Fritz Albrecht, dessen Gießerei im bayerischen Altrandsberg die Modelle des Künstlers goss. Im Innenhof stand die Bronze „Butt im Griff“; sie ist im Akademiehof geblieben und gehört heute zum festen Bild dieser Ecke der Altstadt.
2005 brachte gleich vier Ausstellungen. Zu den Internationalen Händel-Festspielen, die sich mit Händel und dem Welfenhaus befassten, zeigten SUB und Göttinger Händel-Gesellschaft vom 20. März bis 20. Mai „Eine Welt allein ist nicht genug“ über die Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien von 1714 bis 1837. Georg II. hatte 1734 die Universität gegründet, die seinen Namen trägt; die Ausstellung erzählte von seinem Besuch 1748, von Geschenken an die Bibliothek und von der Rolle Göttingens als Vermittlerin englischer Kultur. Als Leihgabe aus der Royal Library in Windsor Castle kehrte der Mainzer Psalter von 1457 für einige Wochen zurück, der im Jahr 1800 aus Göttingen an Georg III. abgegeben worden war. Zur Ausstellung erschien ein Katalog in der Reihe der Göttinger Bibliotheksschriften.
Ganz anders „Gutingi – Vom Dorf zur Stadt“ im Sommer 2005, eine Ausstellung Göttinger Bodenfunde. Hier stellte die Stadtarchäologie Material der bis dahin größten Innenstadtgrabung vor, auf dem Lünemann-Gelände zwischen Langer und Kurzer Geismarstraße. Mehr als 500 Exponate und Nachbauten, von einer mittelalterlichen Knochenschnitzerwerkstatt bis zu Tafelgeschirr der Renaissance, belegten, dass das Dorf Gutingi bereits im 7. Jahrhundert bestand. Im Innenhof entstand der Nachbau eines Grubenhauses. Im Herbst teilte sich „Grenzüberschreitungen – Richtung offen“ auf zwei Orte auf, das Alte Rathaus und die Paulinerkirche, mit Arbeiten von Günter Brus, Gerhard Rühm, Rune Mields, Carlfriedrich Claus, Achim Freyer und Dieter Schnebel. Im Dezember folgte „Anmut und Würde“ mit Büchern des Klassizismus aus der Sammlung von Wulf D. und Akka von Lucius; sie wurde bis Ende Februar 2006 verlängert.
Das Jahr 2006 stand zunächst im Zeichen Heinrich Heines, der 150 Jahre zuvor gestorben war. „Heinrich Heine und Göttingen“ zeigte die Bücher, die Heine zwischen 1820 und 1825 als Student entliehen hatte, seine Beziehungen zu Professoren und Bibliothekaren und die in Göttingen entstandenen Texte. Der Ort hätte nicht passender sein können, denn genau dieser Saal ist es, der im Bibliothekstraum der „Harzreise“ auftaucht. Zu sehen war die Schau zunächst nur eine Woche im Februar, wegen der Nachfrage dann noch einmal vom 11. Juni bis 26. August.
Parallel dazu liefen 2006 „Auf Gutenbergs Spuren“ mit allen 111 Ausgaben der Aldus-Presse Reicheneck des Reutlinger Pressendruckers Arno Piechorowski und „Alle Vögel sind schon da“ mit mehr als 60 Tafelwerken der Vogelkunde, von Buffons „Histoire naturelle“ bis zu den Foliobänden John Goulds. Zum Herbst zeigte die SUB mit den „Göttinger Kostbarkeiten“ 125 ihrer bedeutendsten Stücke aus zehn Jahrhunderten, vom Fuldaer Sakramentar bis zu Gelehrtennachlässen. Die Ausstellung wurde wegen des Andrangs bis zum 7. Januar 2007 verlängert. Im Frühjahr 2007 folgte „Das Studium des schönen Altertums“ über Christian Gottlob Heyne, der als Professor und Bibliotheksdirektor die Klassische Archäologie zum akademischen Fach machte. Im Zentrum standen Daktyliotheken, also Sammlungen von Abdrücken antiker Gemmen, die Augsburger und Göttinger Archäologen gemeinsam aufgearbeitet hatten.
Die SUB und ihre späteren Ausstellungen 2012 bis 2018
Nach 2007 wurden die Abstände größer, die Anlässe blieben ähnlich: Jubiläen von Gelehrten, deren Spuren in den Beständen liegen. Vom 11. November 2012 bis 13. Januar 2013 zeigten der Tobias-Mayer-Verein aus Marbach und die SUB die Wanderausstellung über Tobias Mayer (1723–1762), den Mathematiker, Kartographen und Astronomen, der mit 28 Jahren nach Göttingen berufen wurde und ab 1754 allein die Universitätssternwarte leitete. Begleitend liefen Vorträge, etwa über Mayers Schüler Lichtenberg und Niebuhr. Hintergründe stehen auf der Seite über Tobias Mayer und die Astronomie in Göttingen.
Lichtenberg selbst bekam 2017 seine Ausstellung. Zu seinem 275. Geburtstag präsentierte die SUB vom 1. Juli bis 3. Oktober „DingeDenkenLichtenberg“ mit erhaltenen physikalischen Instrumenten und dem schriftlichen Nachlass. Der Eintritt war frei. Lichtenberg ist ein naheliegender Gast in diesem Saal: Er lehrte als Professor der Physik in Göttingen, und sein Denkmal steht heute ein paar Schritte entfernt im Akademiehof.
Die bislang letzte Schau dieser Chronik ist die Kabinettausstellung „Gutenberg in Göttingen“ vom 20. Juli bis 7. Oktober 2018, zum 550. Todestag des Mainzer Druckers. Gezeigt wurden die Gutenberg-Bibel, das Göttinger Musterbuch, nach dessen Anleitung das Göttinger Exemplar ausgemalt wurde, Ablassbriefe aus Gutenbergs Werkstatt, das Notariatsinstrument zu seinem Rechtsstreit mit dem Geldgeber Johannes Fust und das „Catholicon“. Stephan Füssel hielt den Festvortrag, dazu wurde eine dreibändige Neuausgabe von Bibel, Musterbuch und Notariatsinstrument vorgestellt. Die Gutenberg-Bibel ist seit 2001 Teil des UNESCO-Registers „Memory of the World“.
Vorträge im Saal: Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst
Zwischen den Ausstellungen wurde der Saal auch zum Vortragsraum. Im Oktober 2007 begann in der Paulinerkirche die Reihe „Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst“, die Forschende vor ein breites Publikum brachte; zum Auftakt am 12. Oktober 2007 ging es um die Stammzellforschung. In den folgenden Jahren lief die Reihe jeweils für gut eine Woche im Oktober am Papendiek 14, 2008 etwa vom 17. bis 26. Oktober. Getragen wurde sie vom Göttinger Literaturherbst, Göttinger Max-Planck-Instituten und der SUB. Zu den Gästen gehörten der Archäologe Colin Renfrew, der Psychologe Steven Pinker, der Neurowissenschaftler Michael Gazzaniga und der Physiker Brian Greene. 2011 begleitete eine Ausstellung zu Kinderbüchern die Vorträge im selben Raum.
Was die Reihe zusammenhält
Liest man die Chronik am Stück, fällt auf, wie eng die Themen an den eigenen Beständen hängen. Fast jede Ausstellung lässt sich auf ein Stück Göttinger Sammlungsgeschichte zurückführen: die Bibel auf eine Überweisung aus Helmstedt nach 1812, die Curtis-Bände auf ein Geschenk Morgans, die Vogelbücher und Reiseberichte auf die Erwerbungspolitik der Aufklärung, die Heine-Ausleihen auf die Ausleihbücher selbst. Leihgaben von außen gab es, etwa aus Stuttgart, Windsor oder Cheongju, doch der Kern kam aus dem Haus.

Ebenso typisch ist das Begleitprogramm. Historische Ausstellungen dieser Art kamen kaum ohne Sonntagsvorträge aus, häufig um 11.15 Uhr im selben Saal, oft mit einem Katalog in der Reihe „Göttinger Bibliotheksschriften“. Wer sich heute für einzelne Schauen interessiert, findet in diesen Katalogen meist mehr als in jeder Zusammenfassung.
Eine Besonderheit am Rand: Die Ausstellungen Paulinerkirche Göttingen standen nie isoliert, sondern in der Stadt. Die Nobelpreisschau verwies auf 18 Straßen, die nach Preisträgern benannt sind, „Gutingi“ auf die Grabungsfläche ein paar hundert Meter weiter östlich, die Grass-Bronze blieb im Hof stehen. Wer nach einem Ausstellungsbesuch die Altstadt erkundet, begegnet diesen Spuren auf dem Weg, den die Übersicht zu den Sehenswürdigkeiten in Göttingen beschreibt.

Welche Ausstellungen künftig im Historischen Saal gezeigt werden, entscheidet die SUB. Seit einigen Jahren präsentiert die Universität ihre Sammlungen außerdem im Forum Wissen an der Berliner Straße, das zu einem zweiten wichtigen Ausstellungsort geworden ist. Die Paulinerkirche wird damit nicht überflüssig, eher spezieller: Sie ist der Saal, in dem die Bücher selbst ausgestellt sind. Aktuelle Termine, Führungen und Öffnungszeiten nennt ausschließlich die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.
Wer diese Chronik ergänzen kann, etwa um Schauen der Neunzigerjahre oder um Ausstellungen zwischen 2008 und 2011, stößt auf eine Lücke, die sich aus öffentlich zugänglichen Quellen bislang nur teilweise schließen lässt. Unter dem Stichwort Ausstellungen Paulinerkirche Göttingen bleibt diese Liste deshalb bewusst offen; neue Einträge kommen hinzu, sobald Daten und Titel belegt sind.
Häufige Fragen
Welche Ausstellungen fanden in der Paulinerkirche Göttingen statt?
Die SUB Göttingen nutzte den Historischen Saal ab 2001 für eine dichte Folge von Wechselausstellungen. Dazu gehörten „Das Göttinger Nobelpreiswunder“ 2002, die Bibelschau „Heilige Schriften“ und das Projekt zu Jikji und Gutenberg 2003, Curtis' „The North American Indian“ und Günter Grass' Plastiken 2004, Heine und die „Göttinger Kostbarkeiten“ 2006 sowie später Tobias Mayer, Lichtenberg und Gutenberg.
Wer veranstaltete die Ausstellungen in der Paulinerkirche?
Hauptveranstalter war die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, zu deren Historischem Gebäude die Kirche gehört. Häufig arbeitete sie mit Partnern zusammen: mit der Universität beim Nobelpreisprojekt, mit der koreanischen UNESCO-Kommission und der Stadt Cheongju 2003, mit der Göttinger Stadtarchäologie bei „Gutingi“ und mit dem Tobias-Mayer-Verein aus Marbach 2012.
Welche Ausstellung Göttingens in der Paulinerkirche hatte die meisten Besucher?
Für die Schauen der Jahre 2001 bis 2007 sind keine vollständigen Besucherzahlen öffentlich zusammengestellt. Belegt ist, dass „Das Göttinger Nobelpreiswunder“ 2002 große Resonanz fand: Die Regionalpresse meldete im September den zehntausendsten Besucher und im Oktober rund 20.000 Gäste. Ein verlässlicher Vergleich mit anderen Ausstellungen ist auf dieser Grundlage nicht möglich.
Wo kann man sich über aktuelle Ausstellungen der SUB informieren?
Aktuelle Ausstellungen, Führungen und Öffnungszeiten der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek veröffentlicht die Bibliothek selbst auf ihrer Website. Die hier zusammengestellte Chronik beschreibt abgeschlossene Ausstellungen und eignet sich nicht als Programmhinweis. Wer einen Besuch plant, sollte die Angaben der SUB und des Ausstellungszentrums Forum Wissen prüfen, das Objekte aus mehr als 70 Sammlungen der Universität zeigt.
Warum wird der Saal der Paulinerkirche Historischer Saal genannt?
Nach dem Einzug einer Zwischendecke unter Jérôme Bonaparte zwischen 1808 und 1812 wurde das Obergeschoss der Kirche zum Bibliothekssaal. Dort standen die Bücher zur Geschichte, daher die Bezeichnung. Nach schweren Schäden im November 1944 und dem Wiederaufbau diente der Raum als Hörsaal und Katalogsaal, bevor die SUB ihn für Vorträge und Ausstellungen herrichtete.
Quellen und weiterführende Literatur
- Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst · Göttinger Literaturherbst
- Paulinerkirche (Göttingen) · Wikipedia
- Einladung zur Eröffnung der Kabinettausstellung „Gutenberg in Göttingen“ (Presseinformation Nr. 160/2018) · Georg-August-Universität Göttingen
- Veranstaltungsvorschau November 2012 (Ausstellung Tobias Mayer 1723–1762) · Georg-August-Universität Göttingen
- Veranstaltungsvorschau Juli 2017 (Ausstellung DingeDenkenLichtenberg) · Georg-August-Universität Göttingen
- Bankier förderte Bibliothek (uni|in|form 1/2004) · Georg-August-Universität Göttingen
- Ausstellen – Sammlungen der SUB Göttingen · Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
- Paulinerkirche / Akademiehof · Göttingen Tourismus und Marketing (destination.one)
- Gutenberg-Bibel – Weltdokumentenerbe in Deutschland · Deutsche UNESCO-Kommission
